Inbetriebsetzungen
beim Kunden sind immer ein besonderes Erlebnis. Meistens finden sie in den
pulsierenden Hauptstädten Chinas statt, ausgestattet mit modernster
Infrastruktur, gepflegten Lebensräumen und exquisiten Restaurants. Diese Pracht
des Landesinneren möchte ich euch in Form einer kurzen Bilderstrecke versuchen
näher zu bringen…
06:00, der
Wecker klingelt und ich werfe sofort einen Blick aus dem Fenster. Das Wetter
ist super, die Luftverschmutzung liegt bei angenehmen 425µg/m3 (Man
sollte da zwar nicht mehr aus dem Haus, weil die Regierung dies für Gefährlich
einstuft, aber hey macht doch Spass.. Übrigens hört die Messskala in der
Schweiz bei 100µg/m3 auf – Wieso weiss ich auch nicht.. danach fängt
das Kribbeln im Hals doch erst an)
Gut, dann
schnell zum Frühstück. Hab ich leider kein Foto davon, aber ist auch nicht so
interessant. Es gibt keinen Orangensaft und keinen Kaffee aber wozu auch, es
hat ja heisses Wasser. Dazu beliebig viele Spiegeleier, gebratener Reis,
gebratene Nudeln, gebratene Süsskartoffeln und Fischsuppe. Wunderbar, also
aufessen und los ins Taxi zum Kunden.
Unser Hotel
ist das nächst gelegene, wo die Heizung, Strom und Toiletten noch
funktionieren, deshalb fahren wir jetzt eine Stunde bis zur Fabrik. Dies ist
aber sehr kurzweilig, auch wenn die anderen vier Taxiinsassen am Schlafen sind.
Denn jede Fahrt birgt seine besonderen Erlebnisse. Vor allem wenn der
Taxifahrer aufwacht und sich 2 Meter neben der Spur wieder findet.
Wir fahren
also los..
Vorbei an
einigen Kaminen..
Vorbei an
der schönen Nachbarschaft..
Vorbei an
weiteren Kaminen…
Vorbei an
Mr Chan, der‘s auch streng hat und vor seiner 12 Stunden Schicht noch seinen
Sohn Bao zu den Grosseltern, seine Töchter Feng und Fang in die Privatschule
oder zum Klavierunterricht, und seine Frau Jiao zur Arbeit fahren muss.
Vorbei an
der Dorfmetzgerei – und schon bekommt man wieder Lust aufs Mittagessen..
Vorbei
an.. HOPPLA! Na das war Pech, aber
zum Glück nichts passiert.
08:30, wir kommen motiviert und voller Tatendrang bei der Firma an und legen sofort mit der Arbeit los. Bilder gibt’s aus Geheimhaltungsgründen leider keine, aber hier ein Referenzbild um sich etwas vorzustellen: „Huuiii…“
12:30,
Endlich Mittagessen! Wir stehen geordnet wie alle anderen an der Fassstrasse in
der Kantine an.. es gibt Brotteig, gekochten Salat und kalten Reis.
Nach der leckeren
Mahlzeit geben wir das gebrauchte Tablar wieder beim Mann mit den Gummistiefeln
ab.
13:00, wieder
ran an die Arbeit.. Doch vorher noch kurz auf die Toilette. Denn was raus muss,
muss raus.. Okay.. oder doch nicht. Ich verklemm‘s mir bis zum Hotel..
Der letzte
hat wohl den WC Besen in der Ecke nicht gesehen..
19:00
Feierabend! Wieder los zum Taxi und auf zum Abendessen! Man hab ich Hunger..
Aber erst wieder eine Stunde fahren..
Und noch
kurz ein paar neue Schutzschuhe kaufen. Etwa wie die Nadel im Heuhaufen..
Okay,
sofort wieder weiter zum Restaurant.
20:30,
Ankunft im Restaurant und als erstes, vor dem absitzen gleich einmal die
lebende Menü Karte begutachten. Die Auswahl ist gross und man kann sich kaum
entscheiden. Fleisch, Fisch..
… oder doch Insekt? Am besten etwas von allem..
Mmmhh
schmeckt fantastisch! Und was im Magen so brodelt wird ca. alle 5 Minuten
wieder mit einem kleinen Gläschen Chinesischem Reissschnaps weggeätzt.
23:00 So..
Endlich ins Bett! Der erste Tag war anstrengend aber gut. Und ich bin schon
sehr gespannt was mich die nächsten 13 Tage erwartet! ;-)
Okay, Spass
bei Seite, dies waren wirklich die schlimmsten Bilder, die ich auf meiner
Kamera gefunden habe. :) Keine Angst, unser Leben hier ist nicht so
schlimm. Aber die Bilder zeigen dennoch einen schwer vorstellbaren Lebensstil,
der in China aber ausserhalb der Grossstädte weit verbreitet ist. Es herrscht
ein unglaublicher Kontrast zwischen Armut auf dem Lande und protzigem Reichtum
in den Grossstädten. Die Stadt Suzhou, wo wir zu Hause sind, siedelt sich im
oberen Segment an. Und jeden Tag aufs Neue sind wir wieder froh, für was wir haben und für den Lebensstandard den wir hier (und umso mehr auch in der
Schweiz) geniessen dürfen.















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