Dienstag, 1. April 2014

Ling Shan Buddha, Wuxi


Mitte Februar machten wir einen Ausflug in die nahe gelegene Stadt Wuxi. Zusammen mit Hans, Sandy, Paul ging es los. Reto musste kurzerhand krank zuhause im Bett bleiben. Paul ist aus der Schweiz nach Suzhou gekommen für 10 Tage um einen Mitarbeiter von Reto zu schulen. Da es viel geregnet hat in dieser Zeit war der Ausflug an einem der schönsten Tage im neuen Jahr genau das richtige. Nach 90 Min Autofahrt sind wir angekommen. Der Ling Shan Buddha ist 88 Meter hoch und ist aus Bronze. Mit seinen stolzen 700 Tonnen Gewicht steht er am Ende von einer schönen Parkanlage. Mit einem Transportservice kamen wir direkt zur langen Treppe vor dem Buddha. Da Punkt 12 Uhr alle Chinesen am essen sind, genossen wir die Aussichtspattform beim Buddha fast für uns alleine. Eindrücklich war es. Der Zeh vom Buddha ist knapp so gross wie ein Mensch. Streichelt man den Zehnagel soll das angeblich Glück bringen.. Anschliessend besuchten wir noch weitere Plätze und Gebäude im Park. Unter anderem auch ein kurzes Theater in einem sehr eindrücklichen Raum. Die Kuppel war mit verschiedenen Lichtern versehen, welche die Struktur immer in anderen Farben leuchten lies. Im Park fanden wir noch weitere buddhistische Statuen und Signete. Mit einer Nudelsuppe füllten wir uns am Mittag den Bauch und entdeckten anschliessend eine Statue die wie eine Blumenknospe aussah. Auf einmal ging die Musik und das Wasserspiel los. Die Knospe öffnete sich und ein Buddhakind kam zum Vorschein und drehte sich einmal im Kreis. Durch die üblichen Souvenir-Läden gelangten wir am späteren Nachmittag wieder aus dem Park und machten uns auf die Heimreise. Gefallen hat es uns allen sehr gut.


Schon von weitem sieht man den Buddha

Parkanlage Ling Shan Da Fo

Eine Treppe führt zum grossen Buddha

Die Sonne liess den bronzenen Buddha strahlen

Aussicht von der Plattform

Die Grösse der Füsse ist sehr eindrücklich...

... der Blick nach oben ebenso

An diesen Kerzen zünden die Chinesen eine Rute voller Räucherstäbchen an

Park mit verschiedenen Statuen und Symbolen

Park mit verschiedenen Statuen und Symbolen

Touristengruppen sind immer SEHR gut zu erkennen

Korridor zur Theaterhalle

Kuppel vom Theater

Sandy und Paul

Das Buddhakind kam aus der Knospe

Er wurde auch gleich geputzt für den nächsten Auftritt.

Bis bald.. Wir kommen wieder.


Sonntag, 2. März 2014

Happy Chinese New Year

Zuerst wünschen wir allen ein gutes Neues Jahr des Pferds. Mit viel Feuerwerk sind die Chinesen ins neue Jahr gestartet obwohl nicht ganz klar ist wann sie im neuen Jahr sind, denn eine ganze Woche lang knallten die schönsten Feuerwerkskörper in die Luft. Höhepunkt war als wir ca. in der vierten Nacht um 00.00 Uhr meinten der Krieg sei ausgebrochen und aus dem Fenster nur noch Feuerwerk sahen, welches von privaten Leuten abgelassen wurde. Unteranderem auch direkt in unserem Innenhof. Die Strassen waren eine Woche lang voller roter Papierfetzen.

Das eigentliche Neujahr verbrachen wir in Suzhou mit Freunden in einer Bar voller junger Chinesen und Live Musik. Die anschliessenden drei Tage besuchten wir ein weiteres Mal Shanghai. Angefangen hat alles mit einem Besuch bei Kims Chinesischlehrerin Zhou Yin Zuhause. Ihre Familie wollte uns zeigen was sie alles typisches Essen an Neujahr und natürlich sollten auch wir lernen wie Dumplings gemacht werden. Sieht ja grundsätzlich nicht so schwer aus, ist aber eine Technik für sich. Wir brauchen noch viel Übung. Zhou Yin wohnt zwischen Suzhou und Shanghai in Anting. Das angrenzende Wohnquartier dort von ihren Eltern sieht sehr europäisch aus und ist wie wir anschliessend erfuhren bei einem Spaziergang ein Nachbau der deutschen Stadt Weimar wo Goethe 1832 gestorben ist. Die Statue von ihm befindet sich auf dem grossen Quartierplatz. Sieht alles sehr schön aus mit schöner Ladengasse, Wohnungen, mehreren Bürogebäuden und vielen Bäumen. Nur steht alles seit es vor zehn Jahren erbaut wurde leer. Ein richtiges Geister-Quartier. Die Nachfrage nach Geschäften und Wohnungen war dort wohl nicht vorhanden. Der Nachmittag ging mit einem Zither Musikstück zu Ende und und wir machten uns auf den Weg nach Shanghai.

Dort verbrachten wir 3 Tage zusammen mit Sandy und Nicole, die aus der Schweiz zu besuch war. Jedes Mal erkunden wir wieder neue Strassen in Shanghai und treffen auf neue chinesische Alltagssituationen. Die Stadt war voll von Leuten und an den Touristenplätzen drängte man sich durch die Menge. Speziell während den Neujahrsferien sind die Chinesen unterwegs. Das Highlight sollte dann der Pearl-Tower werden. Es wendete sich aber zum Warte-Desaster, weil wir keine Minute überlegt haben. Nach knapp 3 Stunden anstehen gings mit dem Lift hoch und nach 10 Minuten Aussicht, 45 Minuten anstehen wieder runter sonst hätten wir den Zug nach Suzhou verpasst. :)


Feuerwerk im Innenhof

Die Strassen danach

Dumplings selbstgemacht mit Sellerie/Schweinefleisch Füllung
Freundin der Mutter, Zhou Yin`s Mutter, Kim, Zhou Yin
Ein Teil vom Festmahl; Crevetten, Omelette, Rindfleisch mit Bambus, Poulet im Schnaps gekocht, Fisch etc.

Das leere Büroquartier in Anting
"Weimar 2" inmitten von China
Und auch Goethe grüsst.
Zhou Yin am Zither spielen für uns
Skyline von Shanghai
Nicole, Sandy, Kim, Reto über den Dächern von Shanghai.

Strassenleben nähe Yu Garten
Man beachte den Pudel im Hintergrund. Jedes Bein hat eine andere Farbe und die Ohren leuchten in Orange.

Strassenleben

Ob diese Roller-Legende wirklich noch abgeschlossen werden muss?

Wo das Kind ist bleibt ungewiss..
Würstchen ab dem Spiess. Jeder will es aber appetitlich sieht es nicht aus.

Menschenmassen wo man hinschaut. Yu Garten Brücke
Jing`an Tempel inmitten von Shanghai

Trifft man eine Münze in die Öffnung steht das Glück auf seiner Seite.



Hinterhof des Tempels, wo die Mönche leben

Nicole, Kim, Sandy

Zwischen Hochhäuser und Strassenkreuzungen steht der goldene Tempel.

Pearl-Tower mit tausenden von Menschen.


Nach langer Wartezeit sind wir oben angekommen. Der Glasboden war nicht ganz ohne!


Dienstag, 11. Februar 2014

Reto zwei Wochen auf Inbetriebsetzung


Inbetriebsetzungen beim Kunden sind immer ein besonderes Erlebnis. Meistens finden sie in den pulsierenden Hauptstädten Chinas statt, ausgestattet mit modernster Infrastruktur, gepflegten Lebensräumen und exquisiten Restaurants. Diese Pracht des Landesinneren möchte ich euch in Form einer kurzen Bilderstrecke versuchen näher zu bringen…

06:00, der Wecker klingelt und ich werfe sofort einen Blick aus dem Fenster. Das Wetter ist super, die Luftverschmutzung liegt bei angenehmen 425µg/m3 (Man sollte da zwar nicht mehr aus dem Haus, weil die Regierung dies für Gefährlich einstuft, aber hey macht doch Spass.. Übrigens hört die Messskala in der Schweiz bei 100µg/m3 auf – Wieso weiss ich auch nicht.. danach fängt das Kribbeln im Hals doch erst an)



Gut, dann schnell zum Frühstück. Hab ich leider kein Foto davon, aber ist auch nicht so interessant. Es gibt keinen Orangensaft und keinen Kaffee aber wozu auch, es hat ja heisses Wasser. Dazu beliebig viele Spiegeleier, gebratener Reis, gebratene Nudeln, gebratene Süsskartoffeln und Fischsuppe. Wunderbar, also aufessen und los ins Taxi zum Kunden.

Unser Hotel ist das nächst gelegene, wo die Heizung, Strom und Toiletten noch funktionieren, deshalb fahren wir jetzt eine Stunde bis zur Fabrik. Dies ist aber sehr kurzweilig, auch wenn die anderen vier Taxiinsassen am Schlafen sind. Denn jede Fahrt birgt seine besonderen Erlebnisse. Vor allem wenn der Taxifahrer aufwacht und sich 2 Meter neben der Spur wieder findet.
Wir fahren also los..

Vorbei an einigen Kaminen..


Vorbei an der schönen Nachbarschaft..


Vorbei an weiteren Kaminen…


Vorbei an Mr Chan, der‘s auch streng hat und vor seiner 12 Stunden Schicht noch seinen Sohn Bao zu den Grosseltern, seine Töchter Feng und Fang in die Privatschule oder zum Klavierunterricht, und seine Frau Jiao zur Arbeit fahren muss.





    

Vorbei an der Dorfmetzgerei – und schon bekommt man wieder Lust aufs Mittagessen..


Vorbei an..  HOPPLA! Na das war Pech, aber zum Glück nichts passiert.




 08:30, wir kommen motiviert und voller Tatendrang bei der Firma an und legen sofort mit der Arbeit los. Bilder gibt’s aus Geheimhaltungsgründen leider keine, aber hier ein Referenzbild um sich etwas vorzustellen: „Huuiii…“


12:30, Endlich Mittagessen! Wir stehen geordnet wie alle anderen an der Fassstrasse in der Kantine an.. es gibt Brotteig, gekochten Salat und kalten Reis.



Nach der leckeren Mahlzeit geben wir das gebrauchte Tablar wieder beim Mann mit den Gummistiefeln ab.


13:00, wieder ran an die Arbeit.. Doch vorher noch kurz auf die Toilette. Denn was raus muss, muss raus.. Okay.. oder doch nicht. Ich verklemm‘s mir bis zum Hotel..


Der letzte hat wohl den WC Besen in der Ecke nicht gesehen..



19:00 Feierabend! Wieder los zum Taxi und auf zum Abendessen! Man hab ich Hunger.. Aber erst wieder eine Stunde fahren..

Vorbei an einem kleinen Auffahrunfall…


Und noch kurz ein paar neue Schutzschuhe kaufen. Etwa wie die Nadel im Heuhaufen..


Okay, sofort wieder weiter zum Restaurant.

20:30, Ankunft im Restaurant und als erstes, vor dem absitzen gleich einmal die lebende Menü Karte begutachten. Die Auswahl ist gross und man kann sich kaum entscheiden. Fleisch, Fisch..


… oder doch Insekt? Am besten etwas von allem..



Mmmhh schmeckt fantastisch! Und was im Magen so brodelt wird ca. alle 5 Minuten wieder mit einem kleinen Gläschen Chinesischem Reissschnaps weggeätzt.


23:00 So.. Endlich ins Bett! Der erste Tag war anstrengend aber gut. Und ich bin schon sehr gespannt was mich die nächsten 13 Tage erwartet! ;-)

Okay, Spass bei Seite, dies waren wirklich die schlimmsten Bilder, die ich auf meiner Kamera gefunden habe. :)  Keine Angst, unser Leben hier ist nicht so schlimm. Aber die Bilder zeigen dennoch einen schwer vorstellbaren Lebensstil, der in China aber ausserhalb der Grossstädte weit verbreitet ist. Es herrscht ein unglaublicher Kontrast zwischen Armut auf dem Lande und protzigem Reichtum in den Grossstädten. Die Stadt Suzhou, wo wir zu Hause sind, siedelt sich im oberen Segment an. Und jeden Tag aufs Neue sind wir wieder froh, für was wir haben und für den Lebensstandard den wir hier (und umso mehr auch in der Schweiz) geniessen dürfen.